Ranong – Koh Payam

Der deutsche Patient

Der deutsche Patient


Wie sagte schon Sebastian in Ulan Bator zu mir: „Die erste Regel des Reisens – vergiß den Plan!“
Und das musste ich leider auch. Direkt nach meiner Ankunft in Ranong – im Bus lief Tarantinos „Django“… man versteht diesen Film erst, wenn man ihn auf Thai konsumiert hat! – machte sich mein Mitbringsel aus Kambodscha (vermutlich!) bemerkbar. Dengue Fieber. Eigentlich wollte ich nur ein oder zwei Tage bleiben. Letztlich wurde über eine Woche daraus. Erst ein paar Tage im Kiwi Guesthouse gefiebert und geschwitzt. Dann dachte ich schon, es wird besser und ich kann meine Reise fortsetzen – doch weit gefehlt. Leider. Die folgenden Tage nach dem Fieber fühlt man sich zwar etwas besser, aber dennoch schlapp, hat Kopfschmerzen und verdammt niedrigen Blutdruck. Gerade mit letzterem ist nicht zu spaßen. Wenn man mal wieder nach einer Grenzerfahrung sucht, dann empfehle ich Eiswasser auf niedrigen Blutdruck. Man sollte die Adrenalinspritze griffbereit haben. 😉
Jedenfalls bin ich dann zum Arzt der mein Blut untersucht und mich quasi gleich da behalten hat. Drei Tage im Hospital – extrem langweilig und teuer. (Jetzt darf meine Auslandskrankemversicherung zeigen wie gut sie ist. :))
Naja, genug gescherzt.
Durch dieses ungeplante Rumliegen näherte sich zu allem Überfluß mein 15 Tage-Visum so langsam dem Ende und ich musste einen sogenannten Visa-run machen. Das läuft dann so ab, man bezahlt ungefähr 17 Dollar, wird zum Hafen gekarrt, reist aus Thailand aus, steigt in ein Boot, tuckert nach Myanmar, reist ein und gleich wieder aus (kostet nochmal 10$), tuckert wieder zurück, reist wieder ein und wird ins Hostel verfrachtet. Und das alles mit 25% Leistung meinerseits. War ein toller Run! 🙂
Danach habe ich beschlossen, doch noch nach Koh Payam zu fahren, um mich da zu erholen. Auf dieser Insel hab ich mir dann 10 Tage den Hintern breitgelegen. Meine extrem süße und Altersdiabetis versprechende Ernährung war auch nicht sonderlich hilfreich. Also, gegen den breiten Hintern!
Untergebracht war ich im Resort Sabai Sabai. Zwei Tage hab ich da im unverschähmt teuren Bungalow (10$ pro Nacht!) verbracht, ehe ich dann für die restliche Zeit in mein Zelt gezogen bin. Hat nur 100 Bat gekostet und ich habs halt nicht ganz umsonst mitgeschleppt.
Wie bereits erwähnt, habe ich mich da die meiste Zeit erholt und bin in ausgedehnten Spaziergängen kreuz und quer über die Insel gelatscht. Am 21. hat James – der Chef von Sabai Sabai – noch eine Party geschmissen. Mit RumCola, Techno und tanzen im Sand. War wirklich nett. 🙂 Und glaubt mir, barfuß tanzen im Sand des Strandes, ist wirklich was ganz anderes als tanzen mit Sohle auf hartem Belag.
Ich fand auch Zeit mal wieder etwas zu lesen (dafür wurden die Hängematten erfunden!).
„Der stille Amerikaner“ von Greene. Sehr zu empfehlen und von mir leider bisher unterschätzt. Außerdem fiel mir noch ein arg geschundenes Kafka-Bändchen („Der Prozess“) in die Hände. Und wie sich das für einen waschechten Germanisten gehört, habe ich intensivst Klappentexte, Anmerkungen und Nachwort studiert. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Kafka, kurz bevor er dies schrieb, eine Verlobung einging und diese kurze Zeit später wieder löste!? Und nach dem Foto zu urteilen…. naja, Schönheitsideale. Ich freue mich jedenfalls schon auf die Kafka-Gesamtausgabe zu Haus.
Aber genug jetzt mit Verhaftungen und dem ganzen trockenem Literaturkram.
Nach 10 Tagen bin ich dann wieder runter von der Insel. Einen Tag musste ich aufgrund von schlechtem Wetter noch zugeben. (Lag also definitiv nicht am Hangover, wo man dann plötzlich wieder in Bangkok zu sich kommt und versucht, die letzte Nacht zu rekonstruieren, weil… hey, das is ne super Idee für nen Film! :))
Als alter Camperhase dachte ich mir jedenfalls, dass es nicht der beste Einfall ist, das Zelt bei Regenwetter einzupacken. Als das Wetter aber am Folgetag nicht anders wurde, hab ichs dann gewagt und bin wieder nach Ranong. Nach einer unspektakulären Nacht da gings weiter nach Krabi.

2 Gedanken zu „Ranong – Koh Payam

  1. K.

    Hej Lobi! Schön, dich noch unter den Lebenden zu wissen! Krasser Scheiß, dein Dandy-Fiber! Das meinte also der H. den Tag (hab ich zufällig beim Gassi gehen getroffen und der Fred mag meine Jo nich 🙁 insofern hatten wir keine Zeit mehr, über dich zu reden 😉 Wiki meint: „Als Spätmanifestation kann es bis zu zwei Monate nach Krankheitsbeginn zu einem diffusen Haarausfall kommen.“ Vielleicht kommste ja mit hoher Stirn zurück 😉 Aber das dürfte ja wohl das geringere Übel zu sein. Laß es dir gut gehen und nen schönen Rest-1.Advent!

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    1. lolli Artikelautor

      Hehe. Das mit dem Haarausfall hab ich auch gelesen. 😉
      Aber an die Ladys da draussen: keine Angst, die sexy Matte sitzt noch… allerdings sind auch noch keine zwei Monate um. ;(
      Wünsche ebenfalls eine besinnliche Weihnachtszeit!

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