Qingdao

 

Badefeeling...

Badefeeling…

So, da isser wieder….. und während ich hier im Cafe Deja vu sitze und mir nebenbei im Fernsehen anschaue, wie sich die beiden besten deutschen Tischtennisspieler in der chinesischen Liga schlagen, erzähle ich einfach mal, wie es weiter ging in Peking.

Von Montag bis Mittwoch waren Feiertage, was aber so gut wie gar nicht zu merken war. Es war das berühmte Drachenbootfest – wobei ich aber kein einziges gesehen habe. Das kann unter anderem damit zusammenhängen, dass dieser Brauch eher im Süden verbreitet ist.

In diesen Tagen nun, war ich mit Jonas im Art District (Randnotitz für meinen Lieblingskünstler in Dresden: solltest du je ausstellen in Beijing, dann blos nicht hier! Ist alles nur Geldverdienen wollen… aber du willst ja mit deiner Kunst Veränderungen erreichen, etwas bewegen, die Menschheit aufklären undundund….. :-))

Jedenfalls hat mir Jonas im Art District seine und Wouters Arbeitsstelle gezeigt und ich muss sagen, so lässt sich arbeiten. An einem anderen Tag bin ich noch mit dem Drahtesel durch die Hutongs gefahren, die ursprünglicheren Behausungen der Durchschnittschinesen und natürlich habe ich noch reichlichst die örtliche Küche genossen. Alles feinfein, bei sehr gemischtem Wetter.

Wouters Favorit der Woche, das Länderspiel Holland – China habe ich mir geschenkt, da ich lieber sterben würde als mit Holländern in einem….. 🙂 Ok. Spaß beiseite. Hatte keine Karte und keine Lust. War eh langweilig.

Am Donnerstag schließlich habe ich dann schweren Herzens Abschied genommen (vor allem von der Bequemlichkeit) und bin weitergedüst nach Qingdao. Abfahrt war vom Südbahnhof, der mehr wie ein Flughafen aussah und gereist wurde mit dem chinesischen ICE. Somit pflügte ich mit 300 km/h durch die überkultivierte nordchinesische Landschaft. Sah aus wie in Deutschland. Jede Menge Feld und schnurgerade Flüsse.

Auf der Fahrt hatte ich dann genügend Zeit, darüber nachzusinnen, wie zwiespältig doch dieses Land ist. Auf der einen Seite noch immer kommunistisch- diktatorische Doktrinen und Kontrolle auf der anderen Marktliberalisierung bzw. -öffnung vom Feinsten. Hier die Ein-Kind-Politik, dort Wohnungsbau für vielleicht 3 Milliarden Chinesen. Es wird rund um die Uhr produziert…. beängstigend. Irgendjemand, ich weiß nicht wer, hat mal gesagt, daß sämtlicher, durch kapitalistische Überproduktion geschaffener Mehrwert, der nicht durch Krieg aufgezehrt wird, in eine gewaltige Orgie  münden muss. Am gewaltigsten wird sie hier in China sein.

Wie auch immer. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja….

Aufgeschlagen in Qingdao rannte ich auch gleich zum Wasser. Zum ersten mal im Leben den Stillen Ozean mit eigenen Augen sehen, den mir so verwandten. Anschließend ging es nach einer merkwürdig teuren Taxifahrt (dafür hätte ich auch 100 mal mit dem Bus fahren können!) zu meiner Gastgeberin Melissa. Eine Amerikanerin, die mit ihrem Sohn und 3 Katzen unweit vom Meer wohnt und hier in Qindao unterrichtet. Sie schleifte mich gleich mit (ins Deja vu), wo es noch mehr Amerikaner gab – und Bier und dann auch schon nix mehr.

Am darauf folgenden Tag traf ich mich dann auf ein Mittagessen mit Agnes (eine Österreicherin) und Ronny, den ich bei CS aufgegabelt habe und der, wie sollte es anders sein, Chemnitzer ist. Beide lernen hier Chinesisch und können das auch ziemlich gut. Ronny hat mir dann noch die Highlights der Stadt gezeigt (deutsches Viertel, Strandpromenade, Wolkenkratzer und Bier in Plastiktüten!). Dazu gabs herrlichstes Sommerwetter, was leider nicht gehalten hat. So gabs denn gestern auch nur ein kurzes Programm: CafĂ©, Marktszenerie, Bierstraße und Japanisch futtern.

Und heute war noch weniger: CafĂ©, Blogsport und Waschküchenklima am Strand. 😉

Morgen dann Aufbruch nach Shanghai. Da sehen wir weiter.

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