Ulaanbaatar

Willkommen in der Mongolei...

Willkommen in der Mongolei…

Wandersmann – kommst du jemals nach Irkutsk, so rate ich dir, niemals und auf gar keinen Fall nach 20 Uhr den Bus zu nehmen. Ich tat es und habe dem Nahverkehrssystem (Minibus) vertraut, welches zwar etwas wirr daherkommt, aber bis 8 Uhr Abends tadellos funktioniert. So stand ich denn, in der Absicht meinen Zug zu erreichen, bewaffnet mit nur 12 Rubel (ausreichend für dies Gefährt) an der Haltestelle und wartete. Und wartete. Dann kam ein bereits überfüllter Minibus. So wartete ich weiter. Und wartete. Gefühlte zwei Stunden später kam dann der nächste Bus – nur leider zu spät. Meine peinlichen Versuche den Zug doch noch zu erreichen, verschweige ich mal lieber. (Nur so viel: der Russe versteht seine eigene Sprache nicht!!! ttttt….)

Schon wieder einen Zug verpasst! Eine Lektion, die ich teuer bezahlen musste. 100 Eusen für ein neues Ticket und ein leichter Kater am nächsten Morgen, da der Frust nach russischer Art und Weise mit Wodka bekämpft wurde, waren dabei die geringsten Probleme. Ich hatte etwas knapp kalkuliert und musste durch diesen Fauxpas mein Russland-Visum überziehen. (Wer Zeit, Lust und Muse hat, kann im Internet mal nach diesem Sachverhalt googeln!)

Jedenfalls erreichte ich völlig ausgemerkelt, übernächtigt und schon auf Gulag eingestellt (dramatische Übertreibung!) die Grenze. Und obwohl man mit Fug und Recht behaupten kann, dass die russischen Behörden kontrolltechnisch einen an der Waffel haben, so muss ich an dieser Stelle mit einem Vorurteil und Horrorszenario aufräumen. Es ist absolut kein Problem mit einem Overstay-Visa zur russischen Grenze zu kommen. Man muss zwar 600 Rubel legen für ein neues (1 Tags-) Visum – das geht aber recht unkompliziert, problemlos und freundlich.

So durfte ich denn schlussendlich doch noch in die Mongolei. In Ulaanbaator auf dem zentralen Sükhbaatar Platz traf ich dann – surprise surprise – meinen (stein-)alten Freund Sebastian W. wieder. Wir kennen uns seit Klasse 1 – verloren uns dann kurz aus den Augen – machten gemeinsam Abi – verloren uns wieder aus den Augen. Das ist nun auch schon wieder 17 Jahre her. Verglichen mit Sebastian bin ich in puncto Reisen blutiger Anfänger. Seine Odyssee (wohlgemerkt mit dem Fahrrad!) begann nach dem Studium, führte durch Europa und Afrika und endet wohl noch lange nicht als Leiter des Goethe Instituts in UB. Er war sicherlich schon auf allen Kontinenten (bei der Antarktis bin ich mir nicht sicher) – und trägt somit eine Teilschuld daran, dass ich mich genötigt fühle durch die Welt zu tingeln… 🙂

Bis jetzt ist in den 5 Tagen UB nicht viel passiert. Sebastian muss arbeiten und ich betreibe ebenso viel Müssiggang. Dennoch waren die letzten Tage geprägt von interessanten Gesprächen und Geschichten, viel Essen- und Kaffeetrinken gehen (z.B. ins Cafe Sacher, das von Birgit geleitet wird!), Party und Sightseeing. Ist schon eine sehr illustre Stadt – Fotos folgen, sobald ich sie von der Kamera kopiert habe. Ich habe gelernt, dass der gemeine Mongole so Auto fährt, wie er reitet und sein Pferd und Bogen gegen Auto und Hupe eingetauscht hat. Jedes noch so kleine Problem im Strassenverkehr wird sofort behupt. Und Probleme gibt es jede Menge, da die Verkehrsregeln wohl eher Richtlinien sind. 🙂 Sollte jemand nach einer zündenden Geschäftsidee in UB suchen, so empfehle ich Autohupentuning. Kannst du hier ein Vermögen mit machen.

Mal sehen, wie ich die kommenden Tage noch gefüllt bekomme. Ich will mich noch mit Baka, einem Pasch-Schützling treffen, ein Zugticket organisieren, Museen besuchen und auch nochmal raus aus UB. Es gibt hier sehr schöne Naturparks und Reservate. Hoffentlich wird das Wetter wieder etwas besser. Es gibt hier sehr große Umschwünge – über 20 Grad, Regen und Schneeregen gabs bereits in den paar Tagen meines Besuches.

Später mehr.

Fotos hier: http://www.flickr.com/photos/94762189@N08/sets/72157633674799516/

4 Gedanken zu „Ulaanbaatar

  1. carsten

    ich bin schon recht gespannt wie es weitergeht.
    bevor du nach shanghai gehst, sag bescheid. ich kenne bestimmt jemanden mit dem du dich mal auf ein abendessen treffen kannst. vielleicht auch jemanden zum couch surfen.

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    1. lolli Artikelautor

      Au ja. Immer her mit den Leuten… Abreise nach Shanghai ist leider noch unklar. Ich dachte an den 11. aber da ist hier Feiertag. Vielleicht ja eher… und womöglich auch nicht direkt sondern mit Unterbrechungen …. ich meld mich nochmal 😉

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  2. dominik

    schon über 10 tage keine nachricht…sollen wir dich suchen kommen? deine reste nach hause holen? Oder war das schon immer dein plan…in der mongolei abtauchen? lade doch wieder einmal ein schlecht ausgeleuchtetes foto hoch…ich will wieder schlafen können…gemischtgefühlige grüße

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    1. lolli Artikelautor

      Für deinen Schlaf nur das Beste – ein neuer, phantastischer Beitrag ist online. Und ja, es war in der Tat schon immer ein Traum von mir, mit meinen traurigen Resten in der Mongolei abzutauchen…
      Was bitteschön heißt hier schlecht ausgeleuchtete Fotos? Die sind allesamt top und der künstlerischen Freiheit unterworfen und blablabla… jedenfalls gut! 😉

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