Trabzon, Ankara

Nach meinem kleinen Schlenker in den Kaukasus (ca. 2000 km), ging es wieder zurück in die Türkei. Trabzon. Ein durchaus lauschiges Städtchen. Wohnen möcht ich da zwar nicht, aber für ein – zwei Tage Auszeit genau das Richtige.

Die Stadt selbst liegt am Schwarzen Meer und es ist beinahe immer graues, ja schlechtes Wetter. Als Tourist ist man dort eine kleine Seltenheit, wie es scheint. Die mir anempfohlenen Sehenswürdigkeiten von Trabzon (ein Bergkloster, welches gerade renoviert wird und ein weit entfernter See, mit berauschender Landschaft) habe ich nicht gesehen. Lediglich eine kleine Version der Hagia Sophia, mit ihren berühmten Wandgemälden habe ich mir angeschaut.

Am Tag meiner Abreise (mein Bus ging spät in der Nacht) hatte ich schon die Befürchtung, dass es recht langweilig werden könnte. Um so größer war meine Überraschung und Freude, als ich durch den Lärm einer Filmcrew geweckt wurde. Ein paar Szenen für einen neuen Arthaus Film sollten da aufgenommen werden. Ein junger Typ am Set erklärte mir, wie der Film heißt und wie der Name des Regisseurs lautet. (Heiner kennt ihn bestimmt: Tayfun Pirselimoglu) Man darf gespannt sein. Da es sich bei diesem Werk um einen 50er Jahre Film handelt, hatte ich aufgrund meiner äusseren Erscheinung keine Chance auf eine Rolle im Film. 😉

Am Abend gings dann weiter nach Ankara. Schon im Bus merkte ich, dass irgendwas nicht stimmte. Da es Fernsehnachrichten im Gefährt gab, habe ich bereits da schon ein paar Bilder des Anschlags sehen dürfen. Hab zwar nix verstanden, aber die Bilder sprachen für sich. (Was ist doch das eigene, persönliche Unglücklich lächerlich dagegen… und auch gegen andere Vorkommnisse, die sich derzeit auf der Welt abspielen.)

Zu allem Überfluss fand der Anschlag auch noch in der Gegend statt, wo ich mich grad befinde und diese Zeilen tippe. Bis gestern war der Platz noch abgesperrt.

Tagsüber bin ich dann mit Jesse, einem Kanadier hier aus dem Hotel, zur Iranischen Botschaft geseppelt, da er auch auf sein Visum wartet. Ich muss auch noch auf meine Nummer warten, so dass ich mich erstmal entschlossen habe, gen Süden weiterzuziehen und nächste Woche noch einmal herzukommen. Schaun wer mal.

Gestern Abend habe ich mich dann noch mit Mehmet und seiner Frau Nazli (Freunde von Carsten) auf dem Campus getroffen. War echt nett. Es gab Essen und heimlich Wein. 😉

So weit erstmal. Bilder verlink ich bald, wenn ich entsprechende Technik zur Verfügung habe.

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