Hue/Hoi An

Durch diese hohle Gasse bin ich nicht gekommen.

Vor ca. 2 Stunden sass ich noch in meinem Hostel und musste gezwungenermassen nervigen deutschen Stimmen lauschen – und mich reichlich fremdschaehmen. Ich sag nur so viel: ich bin ganz und gar froh darueber allein zu reisen und schon gar nicht mit sehrsehr viel juengeren. Bin nun in ein Cafe mit Flussaussicht gefluechtet um die vergangenen Ereignisse niederzuschreiben.
Schnell gingen diese Tage vorueber – und das ist auch gut so, denn es ist wenig bis gar nix passiert. Rein gar nichts, das es wert waere berichtet zu werden. NOTHING!
Man schlaengelt sich eben so gut und guenstig es geht durch die vietnamesischen Touristenhochburgen. Langweilig. Gezwungenermassen sieht man von dieser Gattung „Tourist“ doch recht viele Exemplare – spricht aber nur mit wenigen, die dann zumeist auch nicht viel mehr zu sagen haben als die Einheimischen, deren Sprache man nicht versteht.
Ueberhaupt sind die Eingeborenen in diesem Teil der Welt ein lustiges Voelkchen. Vor allem auf dem Lande, fernab der Stadt, schmettert man dem fremden Weisen immer mal ein herzhaftes „Hello“ entgegen. In den groesseren Gemeinden entlang der Kueste – wo man fast ausschlieslich vom Tourismus lebt – hoert man auch staendig ein „Hello“ aber immer in Verbindung mit einem Gegenstand, den es an den Mann bzw. die Frau zu bringen gilt. Ich muss einraeumen, dass mich das auf Dauer nicht nur muerbe sondern regelrecht aggressiv macht. (Wenn ich noch einmal „Hello-Motorbike hoere, dann eskalier ich!)
Mich beschleicht das Gefuehl, man konnte von diesem ganzen Plunder viel mehr verkaufen, wenn man die Kunden nicht derat bedraengt. Man koente auch eine kuenstliche Mangelsituation generieren, um die Nachfrage zu steigern…. Gedanken eines Hobbyvolkswirts….
Jedenfalls ist diese Aufdringlichkeits-Mentatlitaet ein Grund dafuer, weshalb ich hier gar nicht (oder zumindest schwerlich) leben koennte. Es ist wie beinahe ueberall auf der Welt: Das Land ist toll – wenn bloss die Menschen nicht waeren. 😉

Aber zurueck ins Leben eines Taugenichts (mir!)

Ich habe mittlerweile meine Fotoproduktion erheblich zurueckgefahren, da sich die Landschaft nur noch unwesentlich aendert und es langsam langweilig wird, das 1000ste alte Haus und den soundsovielten Tempel zu fotografieren. Die beiden eher kleinen Staedte Hue und Hoi An habe ich hauptsaechlich zu Fuss erkundet. Nur an zwei Tagen habe ich mir mal ein Fahrrad ausgeliehen (Moped trau ich mich noch nicht ran!) und bin etwas weiter weg gefahren. War ganz angenehm. Ein wundervoller Sonnentag in Hoi An war auch dabei, den ich dann auch gleich zum (Sonnen-brand-)Baden nutzte. Und gestern war ich dann mal so richtig faul und habe meine alte Leidenschaft fuers Filmegucken wiederentdeckt. Hauptsaechlich irgendwelcher Sci-Fi Nonsens und ein Film mit Gerard ‚Leonidas‘ Butler waren dabei. Bullshit – aber cool! Hab mir auch gleich ein kleines (selbsverstaendlich illegales) Archiv angelegt, fuer die naechsten Musestunden.

Ich freue mich wie Bolle auf meine naechsten Stationen (Nha Trang und HCMC) und vielleicht habe ich dort auch wieder etwas mehr Bock auf Menschen. Heute Abend gehts los. Endlich wieder unterwegs!

Wir werden es erleben. (Also ich!)

3 Gedanken zu „Hue/Hoi An

  1. Nils

    Hello Motorbike!
    Toller Text, tolle Bilder. Bitte mehr davon (vor allem solche mit Tempeln, alten Häusern und unbekannten Touristengruppen drauf).

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    1. lolli Artikelautor

      KLAPPE!
      Hier gibts nun mal nix andres. Schon gar nicht bekannte Touristengruppen!!!
      Und die Texte sind toll!!!! Im Suff entworfen und liebevoll ins Smartphone gezimmert…. zudem: wer im Glashaus sitzt….

      Antworten

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